
Tracklist:
01. Linger, Let Me Linger
02. Little Sparrows
03. My Friend
04. When You Whispered
05. The Loneliness Of Magnets
06. June Bugs
07. A Thousand Diamond Rings
08. Love Is Like
09. The Petrifried Forest
10. Wild Wood
11. Darling, My Darling
12. The Winding Corn Maze
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Sechzehn Jahre…alt. Seit 1993 erscheint in fast regelmäßigen Abständen neue Musik des Ehepaars Rennie und Brett Sparks. Bei einem solch langen Zeitraum ist das Risiko für eine Band sehr hoch, irgendwann das Niveau nicht mehr halten zu können und abzusumpfen in den Schlammtümpel der Beliebigkeit. Und von dort dann wieder hoch zu kommen, dem Phönix gleich, ist fast unmöglich, handelt es sich doch nicht um Auferstehungs-Asche sondern um organisch-stinkenden Abfall, der am Federfell kleben bleibt.

Brett und Rennie
Glücklicherweise befinden sich The Handsome Family mit ihren Füßen noch auf festem und trockenem Boden : Auch das achte reguläre Release lässt keine Zweifel aufkommen, dass besagter Tümpel scheinbar trockengelegt wurde und wohl so schnell keine Flüssigkeit sehen wird, um freudig-faulend Band-Vernichtungs-Schlamm ansetzen zu können.
Auf Honey Moon klingen die beiden reifer denn je (dass sie erwachsen geworden sind, kann man ja schlecht sagen). Die Symbiose aus düsteren, eindringlichen Lyrics, stets vom Country beeinflussten Melodien an der Gitarre und irgendwie hypnotischen, einlullenden Synthie-Melodien (ahhhhhhhhhhhhh…nein, die Synthies klingen wirklich gut) schafft eine Atmosphäre, wie ich sie bei keiner anderen Band bis jetzt gehört habe. An allem klebt etwas Märchenhaftes, etwas Unwirkliches. Der wunderschöne Duett-Gesang (Little Sparrows) und der zweistimmige Gesang Brett Sparks (The Loneliness Of Magnets), der scheinbar tausend Facetten hat, tragen einen großen Teil dazu bei, dass die Lieder in bunten Stimmkleidern lustwandeln (Linger, Let Me Linger).
Auf dem langen Weg, den die Musik-Vermählten hinter sich gelassen haben, liegen viele bedeutende Randsteine, welche von beiden errichtet worden sind (allem voran vielleicht das geniale Through The Trees (1998)). Doch dass sich The Handsome Family nun dazu entschließen, statt Randsteinen eine ganze Burg zu errichten, konnte keiner ahnen. Zwar hatte Last Days Of Wonder (2006) schon die Grundsteine gesetzt, aber der Gesamtausbau erfolg erst jetzt mit Honey Moon.

Leider hat man es schon zu oft erlebt, dass nach solchen Mammut-Vorlagen die Nachfolger nur noch im Graben-Wasser schwimmen können. Sollte es Rennie und Brett jedoch gelingen, einen solchen Opus nachzulegen, dann kann dies nur bedeuten, dass sie sich entschlossen haben, den Kölner Dom neu zu errichten und damit aufzufahren gen Himmel zu den ewigen Musik-Göttern unserer Zeit.
Für mich ist diese Scheibe ganz klar das Highlight 2009 bis zu diesem Moment. Ein unglaublich schönes Album.
~orangeonions
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