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Ein guter Trip, so intensiv und lang er auch sein mag, kann die Realität vielleicht kurz ausblenden, sie aber nicht endgültig verschwinden lassen. Unerbittlich holt sie einen früher oder später wieder ein und das triste Leben geht weiter. Zu dieser Einsicht scheinen auch Mary Pearson und Rob Barber von den High Places gekommen zu sein, die in ihrem Stück On Giving Up, das auf ihrer last.fm-Seite runtergeladen werden kann, ernster und erwachsener klingen denn je. Somit zeigt das Lied nicht nur, wo die beiden 2010 stehen, sondern auch in welche musikalische Richtung ihr neues Album High Places vs. Mankind geht, das am 23. März erscheint.
Im Vergleich zu den neuen Stücken klang das erste Album des Duos aus Brooklyn noch sehr verspielt und psychedelisch. Gewaltige Effektberge türmten sich auf und entfesselten in jedem Lied ein akkustisches Farbenkarussel. Bei On Giving Up ist der Sound nun deutlich reduziert. Eine verzerrte Gitarre ersetzt Synthiesflächen, der Beat und die Stimme von Sängerin Pearson stechen deutlich hervor. Gegenüber der Spex verrieten die beiden, dass die Platte darüber hinaus ernstere Themen behandeln soll: Liebe, Sucht, das Altern und den Tod.
Diese neue und bedrückende Nüchternheit zeichnete sich bereits bei der Single “I was born” ab, die Ende des Jahres erschien und in dem eine in moll klagende Geige den Ton angibt. Gleichzeitig zeugt das Lied, wie auch On Giving Up, von einer bisher unbekannten Strukturiertheit und dadurch von einer gewissen “Reife”. Pearson und Barber werden eben auch älter und scheinen begriffen zu haben, dass irgendwann einmal alles mal vorbei ist. Sei es die Jugend oder ein LSD-Trip. Jetzt zählt das danach. kostja.
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Animal Collective sound- und tonschnipseln diesen Herbst wieder fleißig rum. In der letzten Woche erschien das neues Musikvideo zum Opener “In the Flowers” des neuesten Albums Merriweather Post Pavillion. Der Clip ist ebenso vielschichtig wie die Musik: im Vordergrund wechseln sich gezeichnete Figuren mit Ausdruckstänzern ab, während es im Hintergrund munter flackert und flirrt. Irgendwann kippt dann noch ein Glas Farbe über den Bildschirm et voilà.
Hier kommt die Frau, die Liedideen auslatscht bis auch die letzten Nerven nur noch ein Fetzen an ihrer Sohle sind. Annie Sachs macht sich nicht viel aus Songstrukturen. Ein Beat, zwei Akkorde und eine Gesangsmelodie müssen reichen, gerne auch mal fünf Minuten – Minimalismus ick hör dir trapsen. Da ihre intensive Stimme und die vielen Tonnen Reverb aber für genug Ablenkung sorgen, fällt das so schnell gar nicht auf. Und hat sie dann doch mal genug von derselben Leier, lässt sie die Synthies noch ein bisschen weiterlaufen, während sie frech kichernd bereits das nächste Pattern im Anschlag hat. Oll sind die Lieder von Tickley Feathers zweitem Album Hors d’Oeuvre nach dem ersten Durchlauf trotzdem nicht. Vielmehr zieht einen die Atmosphäre der in Eigenregie aufgenommenen Stücke mit jedem mal mehr in ihren Bann. Sachs ist übrigens Teil der Clique rund um Animal Collective, was so einiges erklärt. kostja.

