Flying Canyon – Flying Canyon (Soft Abuse 2006)

Flying Canyon - Flying Canyon

Tracklist:

01. In The Reflection

02. Down To Summer

03. Crossing By Your Star

04. The Bull Who Knew The Ring

05. The Dawn Curtain

06. Relover

07. Gibralter

08. This Can’t Be My Home

09. At Night When The World Goes Quiet

10. Black April (Hidden Track)

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2006 erblickt ein außergewöhnliches Album das matte Leuchten der Welt. Voller Melancholie und Resignation erschüttert der schwermütige Folk aus Amerika die Zuhörerschaft.

Cayce Lindner (Lead-Sänger), Shayde Sartin (Gitarre und Bass) und Glenn Donaldson (Drums) kombinieren Langsamkeit und Simplizität mit einem mitreißenden Gespür für berührende Musik. Seien es die Reverb lastigen Drums, die nur allzuoft an Trauer-Rhythmen erinnern,  der zarte Gitarreneinsatz, welcher still das Lied der Vergängnis säuselt, oder aber Cayces großartige, raue, gebrochene, mitgenommene und erschöpfte Stimme.

Der Grundton ist immer ein zurückhaltender – es wird nicht versucht unnötig affrektiv zu sein, alles wird unverblümt dargestellt und entblößt, ein intimes Gefühl beschleicht einen unwillkürlich und kriecht langsam den Nacken hinab und hinweg über beide Arme.

Glenn Donaldson, Cayce Lindner, Shayde Sartin

Zwar das Debut unter dem Namen Flying Canyon, ist das Album doch lange nicht die erste Erfarhung, welche Cayce mit Musik gemacht hat; schon vorher war er aktiv in anderen Bands, dort unter anderem mit Golden Hotel. So überrascht es nicht, dass alles in allem eine in sich vollkommen abgeschlossene Scheibe entstanden ist.
Manchmal erinnert das Gesamtkonzept ein wenig an die Our Endless Numbered Days von Sam Beam, jedoch schafft es auch dieser nicht, diese einzigartige Stimmung ganz einzufangen –  noch zu „lebendig“ wirkt Iron and Wine an manchen Stellen, noch zu geradeaus ist der Blick gerichtet.

Flying Canyon hingegen schauen nicht mehr nach vorn, gesenkten Hauptes gehen sie schleppenden Schrittes immer weiter. Die Umgebung wird da einfach zur Notwendigkeit einer beliebigen Räumlichkeit. Alle Inhalte spielen nur noch im Kopf eine Rolle, das Äußere wird zum Output der Musik, verliert dabei jedoch alle Relevanz der Objektivität. Was sich überhaupt noch abspielt, sind Gedanken, schwere Steine, welche das Fortgehen zur Qual machen und zum letzten Stillstand rufen.

Welchen Gedanken Cayce auch immer nachhing, als das Album aufgenommen wurde, es sollte sich herausstellen, dass hinter all der musikalischen Gestaltung auch persönliche Belange eine Rolle gespielt haben müssen.
Lead-Sänger Cayce Lindner

Mit 39 Jahren, im Jahr nach der Veröffentlichung des Langspielers, enstschied sich Cayce für den Freitod und beendete so auf tragische Weise alle Aktivitäten der Band.

Rückblickend auf das Album verleiht dieser Umstand dem ganzen Release nicht nur einen bedrückenden und ängstlichen Charackter, sondern alles wirkt noch viel massiver und unausweichlicher, so als schwebe über Allem das Omen des Todes von Cayce Lindner.

~orangeonions

Der Opener In The Reflection als Audio-only:

Links:

Gedanken des Drummers an Cayce (sehr informativ und ausführlich)

MySpace Seite

Last FM Seite

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