J. Tillman – Vacilando Territory Blues (Bella Union 2009)

Tracklist:

01. All You See

02. No Occasion

03. Firstborn

04. Vessels

05. James Blues

06. Steel On Steel

07. Labourless Land

08. Barter Blues

09. New Imperial Grand Blues

10. Master’s House

11. Someone, With Child

12. Above All Men

13. Vacilando Territory

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Wenn man mich fragen würde, wer zur Zeit der Über-Folker ist, oder weniger enthusiastisch ausgedrückt, wer den besten und mitreisendsten Folk macht, dann könnte die Antwort nur J. Tillman lauten. Der eine oder andere kennt den mit bürgerlichen Namen Joshua heißenden Drummer der Fleet Foxes bestimmt schon. Und dass der nicht nur Pelze zermürben kann, sondern auch an der Gitarre und im Singer/Songwriter-Bereich Talent besitzt, beweißt u.a. sein neues Album, dass im Januar diesen Jahres die Beleuchtung der CD-Regale erblickte.

Der Hörer, welcher schon beim Vorgänger Cancer and Delirium mit Gefallen reingehört hat, kann auch dieses Release ohne Bedenken überkonsumieren – für alle anderen, hier noch ein paar Zeilen mehr.

J. Tillmans Musik ist geprägt von Langsamkeit und einer fast hypnotisierenden Stimme, die zu rauhen Gitarrenklängen eine meist nicht gerade fröhliche Geschichte ersingt. War es auf den Vorgänder-Alben I Will Return (2004), Long May You Run, J. Tillman (2005), Minor Works (2006) und dem genannten Cancer and Delirium (2007) noch eine etwas spartanischere Gangart bei der Instrumentalisierung, so schlägt Vacilando Territory Blues in eine breitere Kerbe: Piano- und Drum-Begleitung, harte E-Gitarrenriffs und Streicher unterstützen die Lieder an mancherlei Stelle, brechen aus, aus dem gewohnten ruhigen Singer/Songwriter Milieu und münden hier und da sogar in Rock- und Blues-Passagen (Steel On Steel, New Imperial Grand Blues).

Dies ist jedoch kein Grund, beunruhigt zu sein, der traditionellen Kost wurde nämlich auch Rechnung getragen und es befinden sich neben den aufgewühlteren Liedern auch schlichtere, „traditionellere“ Folk-Songs auf dem Release.

Sam Beam (Iron and Wine)

Wie die Entwicklung weitergehen wird, lässt sich noch nicht sagen. Was aber beobachtbar ist, ist das, was ich oft als Iron and Wine-Phänomen bezeichne. Denn Auch Sam Beam legte am Anfang reine, von Akustikgitarre und Gesang getragenen Folk-Alben vor (The Creek Drank The Cradle (2002) und Our Endless Numbered Days (2004)) bis auf The Shepherd’s Dog (2007) dann die Wende zur Multi-Instrumentalisierung Manifest wurde.

Zwar ist die Schlagrichtung bei J. Tillman nicht mit der von Iron and Wine vergleichbar, doch sind Tendenzen zu erkennen, dass in Zukunft nicht mehr mit solch konsequenten Folk-Alben wie Cancer and Delirium zu rechnen ist. Wie aber oben schon erwähnt, braucht kein Fan ängstlich in die Zukunft zu blicken, denn wenn J. Tillman den Standard so hoch halten kann, wie auf Vacilando Territory Blues, dann wird sich auch in kommenden Zeiten nichts daran ändern, dass Joshua Tillman neben solch Namen wie Mark Kozelek, Will Oldham und Jason Molina völlig zu Recht auftaucht.

~orangeonions

J. Tillman – Firstborn

J. Tillman – Above All Men (Audio Only)

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