Bonnie ‚Prince‘ Billy – Beware (Drag City 2009)

Tracklist:

01. Beware Your Only Friend

02. You Can’t Hurt Me Now

03. My Life’s Work

04. Death Final

05. Heart’s Army

06. You Don’t Love Me

07. You Are Lost

08. I Won’t Ask Again

09. I Don’t Belong To Anyone

10. There Is Something I Have To Say

11. I Am Goodbye

12. Without Work, You Have Nothing

13. Afraid Ain’t Me

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Das Urgestein der Folk-Szene bringt erneut Nachschub auf den Markt. Obwohl erst letztes Jahr im Mai ein Studioalbum (Lie Down In The Light) und im Oktober ein Live-Mitschnitt (Is It The Sea?) erschienen sind, stehen wieder 13 neue Titel bereit.

Will Oldham bleibt dabei seinen vorherigen Releases treu und präsentiert recht korpulenten, viel-instrumentierten Country Folk-Rock/Pop, der auch nicht davor zurückschreckt, hier und da starken Gebrauch von Background-Chören zu machen. Irgendwie spürt man, dass Oldham dem Soul nachhängt an diesen Stellen.

Geschwindigkeitsmäßig agiert das Album in allen Lagen: Mal eher langsam und zurückgenommen (I Won’t Ask Again), mal eher etwas schneller unterwegs (I Am Goodbye), aber immer um einen guten Mittelpunkt getragener Bedächtigkeit, so dass nie das Gefühl von Hektik aufkommt. Bonnie ‚Prince‘ Billy bleibt ganz gechillt die Scheibe über.

Wer nach traditionellen Folk sucht und eventuell davon ausgeht, dass Oldham so klingt, wie er einmal zu Palace-Zeiten geklungen hat, der wird enttäuscht werden. Die Arrangements sprengen den Rahmen fast in jedem Lied, alles klingt ausgedehnter und geladen.

Schön ist in diesem Zusammenhang, dass niemals das Gefühl der Langeweile aufkommt, wenn man etwa den Country-Einflüssen lauscht, die sich fast überall finden lassen, oder wenn man einfach in den schönen Texten ein wenig schwelgt und sich darin verliert – oder wenn man sich wundert, wie der Prince es schafft, bei all dieser Opulenz immer noch so folkig und echt zu klingen. Eben ein echter Oldham.

Zum Schluss sei es jedoch nocheinmal erwähnt: wer mit den falschen Erwartungen an Beware herangeht, kann schnell enttäuscht werden. Oldham bietet (fast) keinen schnörkellosen, kargen Folk (eine Ausnahme könnte There Is Something I Have To Say darstellen), bei ihm regieren ausfüllende Kompositionen aus Streichern, Bläsern, Chören, Schlagzeug und Gitarren. Perlen angefolkten Pops/Rocks im Mid-Tempo-Bereich, die nie in den Kitsch abrutschen (kleine Ausnahmen: Without Work, You Have Nothing und Afraid Ain’t Me (klingt wie eine Mischung aus City, späten Thievery Corporation und Sufjan Stevens)). Alles in Allem aber ein sehr schmackhaftes  musikalisches Mahl, dass gekonnt präsentiert und serviert wurde.

~orangeonions

Bonnie ‚Prince‘ Billy – I Am Goodbye (geniales Video):

Links:

Offizielle Homepage

Last FM Seite

Myspace Seite

Wiki Seite

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