Adorno über Popmusik.

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Eine Antwort zu “Adorno über Popmusik.

  1. Adorno hat wohl recht, wenn er von dieser Dialektik in der Musik spricht. Populär-Musik, hier aus der Antivietnambewegung, ist zugleich das, was sie nicht sein möchte: subjektiv, materiell statt Werte-orientiert, gleichgeschaltet. Stellt sich die Frage: wer steht hinter diesem Konstrukt? Der amerikanische neo-imperealistische Demokrat in Form von Majorlabels, welcher Krieg wieder massentauglich macht. Denn welcher Spät-60’er-Star erzählt nicht mit Melancholie, Stolz oder Eloquenz aus diesen Jahren. „Wir waren in Woodstock; ich hab die Hölle gesehen; wir haben in Millionen Feuer entfacht.“ Nur leider brannten die Feuer ein weiters halbes Jahrzehnt in Südost-Asien, während die große Bewegung schon längst ihr jähes Ende gefunden hatte.
    Dennoch gehört Musik, genauso wie der Film, das Bild und das Schriftwerk, zur menschlichen Gesamtpraxis Kunst. Sie interpretiert die uns umgebende Welt, weist auf Misstände und Probleme hin, findet immer auf einer sinnlichen Verstehensebene statt, die Vielen zugänglich ist – auch sein muss – die sich dessen nicht zu äußern wissen. Man kann nicht von kommerzieller Musik sprechen, ohne dabei die brodelnde Angst, Lähmung, das Widerstreben, den Schmerz dieser Generation zu vernachlässigen, der letztendlich auch heute noch Antrieb für Kritik in Kunst ist. Die Publikation ist seit eh und je den kapital-schlagenden Aasgeiern zum Fraß vorbestimmt. Ich würde dennoch nicht gleich wieder alles in Schubladen stapeln, bis der Schrank platzt.

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