Beach House – Teen Dream

Beach House - Teen Dream

Beach House - Teen Dream

Tracklist:

1.Zebra

2.Silver Soul

3.Norway

4.Walk in the Park

5.Used to Be

6.Lover of Mine

7.Better Times

8.10 Mile Stereo

9.Real Love

10.Take Care

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Mit der Flut kam die Gewissheit: Beach House sind jetzt massentauglich. Die Flut, das waren die beigeisterten KritikerInnen, die sich in den Feuilletons und den Musikblogs überschlugen und zu einer unglaublichen Omnipräsenz des neuen Albums Teen Dream führten. Dabei ist die Platte nicht mehr als solide.

Beach House sind jetzt genau an dem Punkt angekommen, an dem auch Sonic Youth 1990 mit ihrem ersten Majorrelease Goo standen. Exakt wie Goo ist Teen Dream ein wichtiges Album, weil es mit dem Sound  und dem Feeling der bisherigen Platten bricht. Goo fehlte der berühmtberüchtigte Noisepegel, Teen Dream die überschwänglichen Reverbeffekte. Glattgebügelt ist hier das richtige Stichwort.

Bestes Beispiel hierfür „Used to be“. Die ein oder andere wird sicherlich ein Exemplar der raren Single ergattert haben, die vor einem Jahr auf dem ersten Label der Band Carpark erschien. Das Lied war bis dato eines der besten des Duos, bei dem einfach alles passte: die puckernde Bassdrum am Anfang, der perfekte Einsatz der Synthies und die leicht disharmonsiche Gesangsmelodie, die in dieser Zusammenstellung eine einzigartige Stimmung erzeugten. Der Version auf Teen Dream fehlt diese subtile Schönheit. Das neu reingebaute Klavier zerstampft die feinen Übergänge, hält seine penetrante Dominanz bis zum Ende durch und bläst so rücksichtslos die Traumschwaden aus dem Lied. Verbrochen hat das ganze übrigens Chris Coady, der auch schon die achso tollen Alben von TV on the Radio, den Yeah Yeah Yeahs oder Grizzly Bear produziert hat.

Sagen wir einfach, wie es ist: Teen Dream klingt leer und leblos. Die hochpolierte Sound steht den Liedern überhaupt nicht und lässt die Single „Norway“ mit seiner seekranken Orgel zum einzigen Lichtblick des Albums werden. Na klar sind Victoria Legrand und Alex Scally noch die sympathischen TagträumerInnen, nur sollten sie zusehen, dass ihnen beim nächsten Album nicht das letzte Fünkchen Charme verloren geht. Schließlich war das Duo aus Baltimore bisher eine große Inspiration für eine Riege von Dreampoppern.

Es bleibt zu hoffen, dass Beach House mit Subpop und Universal im Rücken dem absoluten Ausverkauf nicht unabsichtlich Tür und Tor zum bisher gut versteckten Dreampopland geöffnet hat. Die Szene bietet jedenfalls genug Projektionsfläche für die Leute die sich in den coolen Elektroschuppen Berlins die Füße plattgetanzt haben und mal wieder so richtig ein Update brauchen. Für sie kommt Teen Dream zur richtigen Zeit, das jetzt auf derselben Stange hängt, wie die Kollegen von Grizzly Bear, die fäshen Röhrenhosen, die coolen Nerdbrillen und die rosa Regencapes. Wir sehen uns noch! kostja.

Links:

myspace.

subpop.

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