Archiv der Kategorie: Southern Gothic

Kate Mann – Things look different when the sun goes down (self released 2009)

Kate Mann - Things look so different when the sun goes down

Kate Mann - Things look so different when the sun goes down

Trackliste:

1. Things look differrent when the sun goes down

2. Robert Johnson knew

3. Here again

4. Needles and pins

5. Funny thing

6. Loki’s lulllaby

7. Bird in my house

8. La llorona

9. In a movie

10. Drag the river

11. You can have my heart

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Innovation? Nein, Danke!

Nach einiger Zeit nun mal wieder ein dark-americana Album, das wohl in der selben Traditionslinie steht, in der sich auch Uncle Sinner, Grant Campbell oder Christian Williams einreihen.

Kate Manns Things look different when the sun goes down bringt uns, ebenso wie die Obengenannten, die amerikanischen Roots in einem düsteren, nachdenklichen Gewand nach Europa und geht nach bester Americana-Manier auch bei der Instrumentierung keine Kompromisse ein.

Gitarre, Banjo, Geige und ab und an auch ein Schlagzeug, untermalen ihre kleinen  düsteren Geschichten stimmungsvoll und geben dem Hörer genau  das, was er von einem dark-americana Album erwartet.

Das klingt nun so gar nicht aufregend und innovativ?

Ist es auch nicht!

Aber mal ehrlich; welcher Americana-Freund möchte, gerade in Zeiten, in denen jeder Folk-Act experimentell und pseudo-intellektuell sein will, denn wirklich Innovation!

Myspace

Kate Mann.com

last.fm

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Ben Nichols – The Last Pale Light In The West (Rebel Group 2009)

Tracklist:

1. The Last Pale In The Wesr

2. The Kid

3. Davy Brown

4. Chambers

5. Tobin

6. Toadvine

7. The Judge

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Konzeptalben sind eine schwierige Angelegenheit! Oft gut gemacht und für Fans des Künstlers eh ein Muss, können sie aber auch sehr langatmig sein und den Hörer mehr als nur fordern. Oft landen sie nach einmaligen Hören im Plattenregal unter dem Label „Gut zu wissen, dass ich sie ja jederzeit hören könnte, wenn ich nur wollte“. Mir persönlich ging es z.B. mit der chinesischen Tierkreis Vertonung Sufjans Stevens so, doch auch in gänzlich anderen Musikrichtungen wird sicher z.B mancher Björk Fan sich selbst nach dem Kauf von Medulla eingestanden haben, dass ein reines Accapella Album nicht zu den besten der Künstlerin gehört, auch wenn man es nicht missen möchte!

Zum Glück kann man all dies bei dem neuem Ben Nichols (Lucero) Album The Last PaleLight In The West getrost vergessen, denn auch wenn hier der Roman „Blood Meridian. Or the Evening Redness in the West“ (Die Abendröte im Westen) von Cormac McCarthy, thematisch Pate stand, so ist dies doch ein schönes Alt-Country Album und wenn er sich der thematischen Anlehnung nicht bewusst ist wird es dem Hörer wohl kaum auffallen.

Bei
Amazon fand ich zu dem Buch folgendes:“McCarthys staendig wiederkehrendem Kernthema, dem schicksalshaften Ausgeliefertsein des Menschen, der Unausweichlichkeit und der toedlichen Konsequenz des menschlichen Handelns, sowie die kriegerische und grausame Natur des Menschen ganz allgemein, begegnen wir auch wieder hier und dabei in seiner Reinform: Der Suendenfall der Gewalt als Grundausstattung des Menschen, Krieg als Existenzberechtigung, Gewalt als immerwaehrende Konstante im menschlichen Dasein. Von der Entdeckung Amerikas, ueber die Eroberung, Unterwerfung und Besiedelung des Kontinentes, bis in das Amerika von heute zieht sich eine einzige gewaltige Blutspur. Die Gewalt von heute wurde zur Zeit der Eroberung und Staatsgruendung gesaet. Die US-Entwicklungsgeschichte ist seit den ersten Tagen bis heute blutdurchtraenkt. So scheint die gesamte Geschichte der spaeteren USA ebenfalls schon vorweggenommen, (man koennte ironischerweise sagen ebenfalls die Rolle der US-Kirche zum Thema Gewalt: „The priest had baptized the wounded Americans and then stood back while they were shot through the head„).“

Diese gewalttätig raue Atmosphäre des Romans fängt Ben Nichols allerdings perfekt ein. Seine Stimme klingt nach Dreck und Whisky. Die Texte sind, wie bereits erwähnt, von dem Roman sehr stark beeinflusst und die Instrumentierung ist schön sparsam. Nun wäre es aber ein Fehler bei The Last Pale Light In The West eine übertriebene morbide Düsternis zu erwarten. Nichols bleibt musikalisch im Alt.-Country und nur seine Texte kann man dem Literaturgenre des Southern Gothic zuordnen.

Links:

last.fm

Myspace (Konnte ich leider nicht finden)

Label (Wohl noch nicht bei den Artist gelistet)

Amazon.com


The Victor Mourning – fire fire demos (self released 2009)

The Victor Mourning - Fire Fire Demos

The Victor Mourning - Fire Fire Demos

Wunderschönen Southern Gothic präsentieren The Victor Mourning auf ihrem Fire Fire Demos.  Stephen Lee Canner und Lynne Adele zaubern mit den  4 Songs des Demos eine Stimmung die sie selbst wohl  am besten auf ihrer Homepage als eine Mixtur aus “ Ancient American and British ballads, pre-WWII hillbilly music, abandoned shopping centers, vintage roadside hillbilly souvenirs, empty swimming pools, scythes, b&w films, snowglobes, flyover country, odd museums, the smell of old books, whiskey soap, gasoline & matchbooks, gutta percha, jewelry made of human hair, and the broken shores of Patagonia“ beschreiben. Gibt es dem noch etwas hinzuzufügen? Wohl nur, dass sie mit diesen Einflüssen gar nicht anders klingen können, als anachronistisch, dark und sehr sehr southern gothic. Aber auch die Info findet man irgendwo auf ihrer Homepage. Wenn es einem nur alle Bands so einfach bei einer  treffenden Beschreibung ihrer Musik machen würden, wie die beiden Mittfünfziger.

Man könnte sich nun im Anschluss noch stundenlang und mit den farbenfrohsten bzw. tristesten Bildern die Stimmungen ausmalen, die mit der Musik transportiert werden, aber dies würde nur noch einmal die passende Selbsteinschätzung der beiden mit leicht veränderten Worten sein! Wenn sie sich selbst dann auch noch mit den Labels/Tags „Dark Americana, country noir, gothic country, dark twang, the half barbaric yawp of ancestors who would shame you if you met them“ versehen, ist nun aber wirklich alles gesagt was man über The Victor Mourning  – Fire Fire sagen kann.

Also einfach selber hören!

Links:

Last.fm

Bandpage (Demo order here)

Myspace

The Handsome Family – Honey Moon (Carrot Top 2009)

Tracklist:

01. Linger, Let Me Linger

02. Little Sparrows

03. My Friend

04. When You Whispered

05. The Loneliness Of Magnets

06. June Bugs

07. A Thousand Diamond Rings

08. Love Is Like

09. The Petrifried Forest

10. Wild Wood

11. Darling, My Darling

12. The Winding Corn Maze

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Sechzehn Jahre…alt. Seit 1993 erscheint in fast regelmäßigen Abständen neue Musik des Ehepaars Rennie und Brett Sparks. Bei einem solch langen Zeitraum ist das Risiko für eine Band sehr hoch, irgendwann das Niveau nicht mehr halten zu können und abzusumpfen in den Schlammtümpel der Beliebigkeit. Und von dort dann wieder hoch zu kommen, dem Phönix gleich, ist fast unmöglich, handelt es sich doch nicht um Auferstehungs-Asche sondern um organisch-stinkenden Abfall, der am Federfell kleben bleibt.

Brett und Rennie

Brett und Rennie

Glücklicherweise befinden sich The Handsome Family mit ihren Füßen noch auf festem und trockenem Boden : Auch das achte reguläre Release lässt keine Zweifel aufkommen, dass besagter Tümpel scheinbar trockengelegt wurde und wohl so schnell keine Flüssigkeit sehen wird, um freudig-faulend Band-Vernichtungs-Schlamm ansetzen zu können.

Auf Honey Moon klingen die beiden reifer denn je (dass sie erwachsen geworden sind, kann man ja schlecht sagen). Die Symbiose aus düsteren, eindringlichen Lyrics, stets vom Country beeinflussten Melodien an der Gitarre und irgendwie hypnotischen, einlullenden Synthie-Melodien (ahhhhhhhhhhhhh…nein, die Synthies klingen wirklich gut) schafft eine Atmosphäre, wie ich sie bei keiner anderen Band bis jetzt gehört habe. An allem klebt etwas Märchenhaftes, etwas Unwirkliches. Der wunderschöne Duett-Gesang (Little Sparrows) und der zweistimmige Gesang Brett Sparks (The Loneliness Of Magnets), der scheinbar tausend Facetten hat, tragen einen großen Teil dazu bei, dass die Lieder in bunten Stimmkleidern lustwandeln (Linger, Let Me Linger).

Auf dem langen Weg, den die Musik-Vermählten hinter sich gelassen haben, liegen viele bedeutende Randsteine, welche von beiden errichtet worden sind (allem voran vielleicht das geniale Through The Trees (1998)). Doch dass sich The Handsome Family nun dazu entschließen, statt Randsteinen eine ganze Burg zu errichten, konnte keiner ahnen. Zwar hatte Last Days Of Wonder (2006) schon die Grundsteine gesetzt, aber der Gesamtausbau erfolg erst jetzt mit Honey Moon.

Leider hat man es schon zu oft erlebt, dass nach solchen Mammut-Vorlagen die Nachfolger nur noch im Graben-Wasser schwimmen können. Sollte es Rennie und Brett jedoch gelingen, einen solchen Opus nachzulegen, dann kann dies nur bedeuten, dass sie sich entschlossen haben, den Kölner Dom neu zu errichten und damit aufzufahren gen Himmel zu den ewigen Musik-Göttern unserer Zeit.

Für mich ist diese Scheibe ganz klar das Highlight 2009 bis zu diesem Moment. Ein unglaublich schönes Album.

~orangeonions

Links:

Offizielle Seite

Last FM Seite

Myspace Seite