Archiv der Kategorie: indietronic

Cinnamon Chasers – A Millon Miles From Home (Modus Records 2009)

Cinnamon Chasers

Cinnamon Chasers - A Millon Miles From Home

Tracklist:

1. I like watching you

2. Jetsreams

3. Wishing for the fire

4. The world is yours

5. Candle lights

6. Adored

7. Luv deluxe

8. Modern love

9. Ray of sun

10. Ultraviolent

11. White flag

12. Your heart isn’t open anymore

13. Sentimental

_______________________________________________

Mid. 80s Fantasy Movie, wir sitzen im Kino bei sagen wir … The Dark Crystal oder The Last Unicorn … oder einem schönen Sci-fi Film wie Bladerunner. Plötzlich stoppt der Sound und der Film hängt ein paar Sekunden. Doch was wir danach zu sehen und zu hören bekommen passt hervorragend: Der Tontechniker scheint sich selbst geholfen zu haben und spielt nun statt des grässlichen original Sounds einfach das Album A Million Miles from Home von Cinnamon Chasers. Und die Tacks passen perfekt über den Film. Ganz gleich welchen wir grade im Kopf haben, es wirkt so, als hätten wir ein wunderbares neues Musikvideo gleich zu einem ganzen Album. Das Coverartwork sowie der Titel des Langspielers tragen ebenso zu diesem Eindruck bei. Denn genau so wirken alle 13 Tracks: Futuristisch, psychedelisch, leicht 80er kitschig plus einer riesigen Menge Space-Romanitk. Russ Davis, der Mann hinter Cinnamon Chasers, übrigens ein Neffe der beiden The Kinks Gründer Dave und Ray Davis, nennt als seine Einflüsse „Pink Floyd, KLF, Vangelis, Giorgio Moroder and FSOL“ und genau das beschreibt seine Musik eigentlich auch sehr gut, denn sowohl den psychedelischen Einfluss der artrockigen Pink Floyd als auch den Disco/Italo Synthpop Giorgio Moroders hört man aus so gut wie jedem seiner Songs sehr deutlich heraus.

Links:

Myspace (Alle Songs zum anhören)

Youtube (Alle Videos auf der Seite von Modus Records)

Last.fm

Masha Qrella – Speak Low – Loewe And Weill In Exile(MorrMusic June 2009)

Masha Qrella - Speak Low

Masha Qrella - Speak Low

Tracklist

1 I Talk To The Trees

2 My Ship

3 Speak Low

4 One Life To Live

5 On The Street Where You Live

6 Drunken Scene

7 Wandering Star

8 I´m A Stranger Here Myself

9 Little Prince

10 September Song

11 Saga Of Jenny

______________________________________________________

Berlin als Musical. Masha Qrella holt auf Speak Low den New Yorker Broadway in die grünen Straßen Pankows. Auf Anfrage von Detlef Diedrichsen, der als Kurator des Berliner Haus der Kulturen der Welt tätig ist, interpretierte die Berliner Songwriterin Stücke der Musical-Komponisten Kurt Weill und Frederick Loewe. Gemeinsam mit ihrer Band, zu der auch der Notwist-Schlagzeuger Andi Haberl zählt, spielte sie das Konzeptalbum im vergangenen Herbst ein. Produzent der Platte ist ihr Lebensgefährte Norman Nietzsche, der auch schon für die beiden Alben der Berliner Combo The Whitest Boy Alive hinter den Reglern saß.

Nietzsches Einfluss ist ab dem ersten Lied „I talk to the trees“ zu hören. Schlagzeug und Bass spielen sehr zurückhaltend und trocken. Eine Hammond-Orgel ergänzt das Gerüst und verpasst der Loewe-Komposition eine moderne Note. Für die nötige Melancholie sorgt Qrellas unprätentiöser Gesang und ihre markante Melodiebildung. Dazu kommt das reduzierte Gitarrenspiel der Berlinerin, das in seiner Härte zwischen Indierock und Folk balanciert. Qrellas Qualitäten dürften Einigen bereits bekannt sein. In ihrer  anderen Band Contriva, die als Begründerin des Indietronic gilt, überzeugte sie durch hübsche Texte und Melodien.

Speak Low fühlt sich sehr nach Berliner Großstadt-Herbst an. Von den Streichern des amerikanischen Broadways hingegen fehlt jede Spur. Der Grund dafür ist, dass Masha Qrella die Lieder der beiden Komponisten kaum kannte, als sie mit den Arbeiten an Speak Low anfing.  Sie habe sich lediglich an den Noten orientiert, sagte sie der taz. Der neue Indie-Kontext funktioniert und holt Loewe und Weill aus ihrem Exil  zurück in die Gegenwart, zurück nach Berlin. kostja.

Links:

myspace

label


Casiotone for the Painfully Alone – Vs. Children (Tomlab 2009)

Tracklist:

1. Casiotone for the Painfully Alone vs. Children
2. Tom Justice, The Choir Boy Robber, Apprehended at Ace Hardware in Libertyville, IL
3. Optimist vs. The Silent Alarm (When The Saints Go Marching In)
4. Natural Light
5. Traveling Salesman’s Young Wife Home Alone on Christmas in Montpelier, VT
6. Man O‘ War
7. Northfield, MN
8. Killers
9. Harsh The Herald Angels Sing
10. You Were Alone
11. White Jetta

______________________________________________________

Mit Vs. Children erscheint am 10. April  das neue und fünfte Casiotone For The Painfully Alone Album. Die freudige Erwartung die bereits Advanced Battery Life, Anfang des Jahres, geweckt hat schlägt nun also Purzelbäume und lässt uns mit feuchten Händen das neue Release in den Player hauen.

Der aus Chicago stammende Owen Ashworth, der seit 1997 mit seinen Casio-Keyboard immer wieder durch  liebevoll gestaltete Pop-Kleinode auffiel, liefert auch auf Vs. Children wieder die ihn auszeichnenden melancholischen Songs für alle schmerzhaft Einsamen. Er setzt seine Tendenzen (Weg vom reinen Casio-Sound, hin zu mehr Instrumentierung) die er ja bereits spätestens auf seinem vierten Album Etiquette begonnen hat, konsequent fort und erreicht so mit seinen, durch diesen Umstand nicht mehr ganz soooo Lo-Fi-esken Songs, auch neue Hörerschichten, die ihn bis jetzt wohl als zu „nervig“ empfunden haben dürften.

Die Themen die Owen auf dem neuen Alben abgrast unterscheiden sich nicht sonderlich von denen seiner vorherigen Releases. Es geht mal wieder um alles was das Teenager-Herz begehrt, allerdings in wirklich intelligent erzählten Kurzgeschichten in denen er das tragischen Leben bzw den ganz alltäglichen Wahnsinn seiner Protagonisten, meist in der ersten Person, schildert. Hier merkt man dann auch, dass Owen eigentlich eher über die vertonung seiner Kurzgeschichten zur Musik gekommen ist und die Musik zu Anfang noch als Beiwerk gesehen hat. Doch davon ist, zumindest musikalisch hier nichts mehr zu spüren und Text und Musik ergänzen sich auf grade zu gespenstische Art und Weise. Die Atmosphäre die Ashworth hier auf 32.14 Minuten gebannt hat würde vielen anderen Releasen, im Lo-Fi Bereich sehr gut zu Gesicht stehen und rechtfertigt die Aufgabe eines stoischen festhalten am Lo-Fi, auch wenn er der Innovation  und der Atmosphäre schon längst nicht mehr dienlich ist.

Kurz: Mit dem neuen Casiotone For The Painfully Alone – Vs. Children hat Ashworth alles richtig gemacht und hat seine Musik ein weiteres Mal verbessert.

Links:

last.fm

Myspace

Bandpage

Casiotone for the Painfully Alone – Advance Base Battery Life

Casiotone for the Painfully Alone - Advance Base Battery Life

Casiotone for the Painfully Alone - Advance Base Battery Life

Womit sind sie geladen, die Batterien aus Owen Ashworths Casio? Mit Einsamkeit am negativen und Liebe am positiven Pol? Es bleibt sein Geheimnis. Feststeht, dass eben diese Batterien, aus denen Ashworth alias Casiotone for the painfully alone die kreative Energie für seine Lieder zieht, eine ungekannte Langlebigkeit besitzen. Und so füttert diese emotionale Energie ein weiteres mal die Keyboards des Amerikaners, die auf der Compilation Advance Base Battery Life Soundlandschaften zaubern, die vor Leidenschaft nur so strotzen.

Bestes Beispiel Streets of Philadelphia: Ashworth gelingt es dank seiner minimalistischen Herangehensweise, in dem ohnehin schon herzzerreißenden Stück einen Sturm zu entfachen, dessen schwere Dissonanzen einem direkt in die Magenwände donnern. Und auch den zweiten Springsteen-Song Born in the U.S.A. wertet Ashworth auf, indem den Klassiker auf das markante Riff reduziert und ihm Springsteens Pathos nimmt.

Die weiteren Raritäten, die der Amerikaner auf dem kürzlich erschienen Advance Life Battery zusammengetragen hat, besitzen ebenfalls die gewohnten Qualitäten: bildreiche Texte, knarzende Synthiesounds und die seine markante Stimme. Und so ist die Platte eine hervorragende Möglichkeit, die Zeit zum diesjährigen Release der neuen Casiotone-Albe zu überbrücken. kostja

Tracklist:

1. Old Panda Days f/ Nick Krgovich

2. Lesley Gore on the T.A.M.I. Show (Version)

3. White Corolla

4. White on White

5. Holly Hobby

6. Lonesome New Mexican Nights

7. The Only Way To Cry

8. It’s A Crime

9. Missoula

10. Hot Boyz f/ Dear Nora

11. Born in the U.S.A. f/ Concern

12. Streets of Philadelphia f/ Concern

13. Graceland

14. Sunday St

15. Voice of the Hospital

Hörproben:

links:

myspace

last.fm

This Mess is Mine

This Mess is Mine - Weekend EP

This Mess is Mine - Weekend EP

This Mess is Mine - Sign the Drafts EP

This Mess is Mine - Sign the Drafts EP

Dass Deutschland zurecht, nicht nur wegen the Notwist und Morr-Music,
ganz dick auf der Indietronic-Weltkarte eingezeichnet ist, liegt auch an den vielen weniger bekannten Projekten, wie This Mess is Mine dem Soloprojekt von Lars Kranholdt (Leander). Er verbindet auf seinen beiden EPs, The Weekend EP (2006) und Sign The Drafts EP (2007) liebevoll, weiche Gitarren, Gesang, schöne Beats
und viel Knistertütenelektronik zu wunderschönen Folktronic bzw. Indietronic
Perlen.
Vertrieben werden Beide vom wohl besten Netlabel auf diesem Gebiet: AEROTONE.
Dort werden auch Beide zum Gratisdownload (Weekend EP) (Singn the Drafts EP)
angeboten.

This Mess is Mine  (Lars Kranholdt)
This Mess is Mine (Lars Kranholdt)

Links:

last.fm

Myspace

Bandpage (leider nix los)