Archiv der Kategorie: noise

black time – feel so bad.

lightning bolt.

Ciccone Youth – Get into the Groovey!

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Mit ihrem Cover des Madonna-Hits Get into Groove brachten Ciccone Youth alias Sonic Youth 1986 das zusammen, was  einfach zusammengehört: 80s-Pop und Noise. Dass die Band einen Faible für Popmusik hat, dürfte spätestens seit ihrem 1988 erschienen Whitey Album kein Geheimnis mehr gewesen sein. Neben einer Coverversion des Robert-Palmer-Songs „Addicted to Love“, Hiphop-Elementen und Synthiepop-Rhythmen, fanden sich dort ebenfalls Bezüge auf Neu, Dinousaur Jr. und Johnny Cage. Ciccone Youth bestand übrigens aus allen Mitgliedern von Sonic Youth plus ihren Kumpel Mike Watt von den Minutemen. kostja.

Dum Dum Girls – Catholicked(Blissed Out LP)

Vodpod videos no longer available.

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Noise Pop war das heiße Ding des vergangenen Jahres. Bands wie Wavves, Vivian Girls, und Tickley Feather verbanden eingängige Melodien mit fuzzigen und hallenden Noisegitarren zu einem eigenen energiegeladenen Sound und begeisterten die Blogs. Auch die Dum Dum Girls aus Los Angeles mischten fleißig mit, deren kreativer Kopf die Bibliotekarin Dee Dee ist. Ja richtig, auch der Bassist der New Yorker Punkerband Ramones heißt so.

Mit den Ramones verbindet die Dum Dum Girls der Punk. Die Riffs des Songs Catholicked zum Beispiel bestehen aus drei Akkorden und einem flinken Beat, die in eine einfache Strophe-Refrain-Struktur gebettet sind. Das Besondere des Stücks ist der tiefenfreie Sound, der so klingt, als höre man das Lied durch nicht aufgesetzte Kopfhörer. Oder als höre man mit, wie der coole Typ gegenüber in der Berliner S-Bahn das Lied hört, aus einem Meter Entfernung also. Ganz groß das ganze, herunterladen kann man das Lied hier. kostja.


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Liars – Scissor.

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Zum Schluss kommt das dicke Ende in Form eines überdimensionierten Steins. Das Video der neuen Single Scissor der amerikanischen Krachcombo Liars lädt zu wilden Interpretationen ein. Von ruhigen Wassern umgeben, ohne das geringste Stückchen Land in Sicht, treibt Sänger Angus Andrew in seinem Schlauchboot mitten auf dem Meer. Er wirkt erschöpft und kraftlos. Als er einen Stein im Innern des Bootes bemerkt, wirft er diesen kurzerhand ins Wasser. Er dreht sich um und findet noch mehr Steine vor. Und obwohl er einen nach dem anderen aus dem Boot befördert, werden es mehr und mehr. Irgendwann droht das Boot zu kentern, doch Andrew kann sich auf ein größeres Schiff retten. Die Steine folgen ihm und hageln auf ihn ein. Bewusstlos sackt er zusammen und wacht noch rechtzeitig auf, um fassungslos dem riesigen Felsbrocken entgegen zu starren, der da gerade vom Himmel fällt.

Das unerbittliche Steinhagel und der wirkungslose Kampf Andrews gegen diese Übermacht wird dabei eindrucksvoll von der Musik untermalt. In diesen Momenten bricht ein wildes Schlagzeugstakkato los, unterstützt von einer lärmenden Gitarre und Andrews Falsette-Gesang. Den Brachialgitarren stehen in der Strophe mit melodische Chorgesänge gegenüber, die, im Zusammenspiel mit Geige und Klavier, einen gelungenen Gegenpol zu den harten Klängen des Refrains schaffen.

Dieses dynamische Zusammenspiel, das zuweilen sehr beklemmend wirkt, steht exemplarisch für die neue Albe Sisterworld, die in dieser Woche auf Mute erscheint. Im Mai ist Band aus New York in Berlin zu Gast. kostja.

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bandpage.

Vivian Girls – When I’m Gone

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Einen kurzen Moment noch fingert sich Sängerin Cassie Ramone von den Vivian Girls in dem Video zu When I’m Gone schüchtern an der Betty Page Frisur rum, bevor sie einen Augenblick später aus ihrer Gitarre eine Wand aus Krach rausschreddert, gegen den sie in den folgenden drei Minuten mit ihrer zarten Stimme entschlossen aber machtlos anzuschreien versucht. Ihre Kolleginnen Kickball Katy und Frankie Roseeilen eilen noch hinzu, versuchen mit ihrem rhythmischen Zusammenspiel Ring und Fundament für den dröhnenden Lärm zu bieten, doch das, was da aus Verstärker donnert ist bis zu Ende nicht zu bändigen.

Shitgaze nennt sich der Noise-Erguss der drei Girlies aus Brooklyn, der in der Tradition der lärmigen Musik von Jesus and Mary Chain, My Bloody Valentine und anderer soundgewitternden Bands aus den 80ern steht und die genretypischen höhenlastigen Noise- und Reverbeffekte mit straightem Garage Rock verbindet. Andere Bands dieses Genres, die in der letzten Zeit für Aufsehen sorgten sind die Dum Dum Girls, die Wavves und Best Coast.

Das Album zu When I’m Gone heißt Everything Goes Wrong und erschien im September letzten Jahres auf In the Red. kostja.

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Neros Day at Disneyland – From Rotten Fantasylands (Cock Rock Disco 2009)

Trackliste:

1. In Aisles

2. Civilizing People

3. No Money Down, Low Monthly Payments

4. Chlid Protective Services Theme Song

5. Charging Swarm Of Mouseketeers

6. Everything Must Go

7. Death Parade feat. Kevin Shields

8. Action Winter Journey

9. Streches Linen Over Contorted Bodies

10. Eulogy for Nick Galvas

11. Probably End Up Dead In Ditch Somewhere

12. Plumes Of ATM Sinew

13. Vengeance In Cloudland

14. Sprawling Idiot Effigy

15. In Keyed Fantasy

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Neros Day At Disneyland – From Rotten Fantasylands

Das Disney Castle steht in Flammen! Donald Duck und Mini Mouse liegen mit eingeschlagenen Köpfen in der Toy Story Midway Mania! Die kleinen beweglichen Puppen haben ein dämonisches Grinsen im Gesicht und drehen sich in einem atemberaubendem Tempo um die eigene Achse. Die Parade scheint schon seit Tagen nicht mehr vorwärts zukommen, ja sich wohl schon seit ewigen Zeiten in einer Endlosschleife zu befinden. Nun herrschen die dunkelen Mächte im Kinderparadies. Nero, der herrschsüchtige Kaiser Roms, hat sich des Disney Imperiums bemächtigt und versucht nun, so wie er einst halb Rom niederbrennen ließ, jede positive Kindheitserinnerung aus dem Hörer, in einer Orgie der Gewalt, heraus zu prügeln.

Gerade wenn man denkt, die Scenerie hätte sich beruhigt, sieht man Mikey auf den Spacemountain : Mission 2 gebunden, wie er verzweifelt versucht sich aus der Umklammerung von pinker Zuckerwatte und Coca Cola-Drops zu befreien.

Und man weiß nur eines sicher … dieser Albtraum ist noch lange nicht vorbei!

Mehr kann und will man nicht zu diesem Parforceritt durch jegliche Musik von barocken Engels-Chören über Shoegaze und Noise zu Breakbeat und 8-Bit sagen!

Auch Begriffe wie: melodramatischer Breakcore-Noise oder Baroque Rave Synths würden es wohl nur zu einem geringen Teil fassen.

Doch egal, denn lange hat mich kein Krach mehr so geflasht!

Und nochmal live auf dem „Breakcore Gives Me Woods“ ( leider in sehr schlechter Qualie!

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