Archiv der Kategorie: post-rock

Liars – Scissor.

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Zum Schluss kommt das dicke Ende in Form eines überdimensionierten Steins. Das Video der neuen Single Scissor der amerikanischen Krachcombo Liars lädt zu wilden Interpretationen ein. Von ruhigen Wassern umgeben, ohne das geringste Stückchen Land in Sicht, treibt Sänger Angus Andrew in seinem Schlauchboot mitten auf dem Meer. Er wirkt erschöpft und kraftlos. Als er einen Stein im Innern des Bootes bemerkt, wirft er diesen kurzerhand ins Wasser. Er dreht sich um und findet noch mehr Steine vor. Und obwohl er einen nach dem anderen aus dem Boot befördert, werden es mehr und mehr. Irgendwann droht das Boot zu kentern, doch Andrew kann sich auf ein größeres Schiff retten. Die Steine folgen ihm und hageln auf ihn ein. Bewusstlos sackt er zusammen und wacht noch rechtzeitig auf, um fassungslos dem riesigen Felsbrocken entgegen zu starren, der da gerade vom Himmel fällt.

Das unerbittliche Steinhagel und der wirkungslose Kampf Andrews gegen diese Übermacht wird dabei eindrucksvoll von der Musik untermalt. In diesen Momenten bricht ein wildes Schlagzeugstakkato los, unterstützt von einer lärmenden Gitarre und Andrews Falsette-Gesang. Den Brachialgitarren stehen in der Strophe mit melodische Chorgesänge gegenüber, die, im Zusammenspiel mit Geige und Klavier, einen gelungenen Gegenpol zu den harten Klängen des Refrains schaffen.

Dieses dynamische Zusammenspiel, das zuweilen sehr beklemmend wirkt, steht exemplarisch für die neue Albe Sisterworld, die in dieser Woche auf Mute erscheint. Im Mai ist Band aus New York in Berlin zu Gast. kostja.

Links:

myspace.

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Human Bell – Human Bell (Thrill Jockey 2008)

Human Bell - Human Bell

Human Bell - Human Bell

Gitarren Duette!
Nathan Bell, Exmitglied der post-hardcorigen Indie-Rocker Lungfish und David Heumann, Kopf der indiefolkigen Arbouretum, haben sich, unter dem Namen Human Bell, zusammen getan um eines der besten, fast nur auf Gitarren basierten, Post-Rock Alben der letzten Jahre zu zaubern.

Dieses Album hat alles was man, aus Post-Rock Sicht, von einem guten Album erwartet. Schöne Songstrukturen, die sich perfekt in die klaren, kalten und schön lang gestreckten Tracks, die sich steigern und immer wieder fallen um sich wunderhübschen Melodien hinzugeben bis sie dann in einigem Krach aufgelöst werden, nur um sich dann wieder zurücknehmen und nur geringfügig verändert von Neuem beginnen, einfügen.  Alles ohne ein einziges Wort.
Die einzelnen Stücke tragen Stimmungen wie alte Klamotten, die wiederum in schwarz-weiß unheimlich gut aussehen.

Die Songs heißen A Change In Fortune und Hanging From The Rafters und erinnern neben den Post-Rock Einflüssen mit ihrer warmen, atmosphärischen Gitarrenmusik mit einem Faible für Noise und schräge Trompetentöne, immer wieder an eine Mischung zwischen Alternative Folk/Country und Bluegrass-Drone.

Trackliste:

1. A Change In Fortunes

2. Splendor And Concealment

3. Hymn Amerika

4. Oustposts Of Oblivion

5. Hanging From The Rafter

6. Ephaphatha (Be Opend)

7. The Singing Trees



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