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a almighty wire.

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A new Berlin underground? Anfang 2010 fanden sich in Berlin  MusikerInnen, DJ’s, VideokünstlerInnen und ModedesignerInnen zusammen, um unter dem Label A Almighty Wire Musik, Mode und Videokunst gezielt miteinander zu verknüpfen. Die in Berlin lebenden KünstlerInnen sind nicht nur von der Manchester Institution Factory Records (Blue Monday, Joy Division, OMD) inspiriert, sondern teilen auch eine spezifische Ästhetik: „This specific aesthetic that can only be described as Post Wave“, heißt es auf der myspace-Seite. Tatsächlich speist sich der Sound von Acts wie Aniaetleprogrammeur, they shoot horses und V:D:O:R:D:O aus all den Genres, die sich seit dem Niedergang des New-Wave-Sounds der Nuller-Jahre entstanden sind: Lo-Fi, Twee und Noise. Am 24. November veröffentlicht das Kollektiv seine erste Compilation. kostja.

Links:

myspace.

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Goodbye, Mr. Ashworth!

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It’s a Crime – Noch eine letzte Tour, dann ist Schluss mit Casiotone for the Painfully Alone. Im Juli hatte Owen Ashworth auf seiner Homepage verkündet, CTFPA nach 13 Jahren erfolgreicher Arbeit nicht weiter fortführen zu wollen, um sich endlich neuen musikalischen Herausforderungen stellen zu können.

Am 26. Oktober ist Herr Ashworth in Berlin. Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte CFTPA live zu sehen, sollte diesen Termin nicht verpassen. Wir möchte ihm an dieser Stelle weitherin alles Gute wünschen! kostja.

Hier der entsprechende Eintrag auf seiner Homepage:

07/26/10

You may have already heard that I’ve decided to end Casiotone for the Painfully Alone.  I’d just like to clarify that this doesn’t mean that I’m quitting music.  I love writing & recording songs, & I hope to make lots more records in my lifetime.  But, after nearly thirteen years of being the dude from Casiotone for the Painfully Alone, I’m ready for a fresh start & a new challenge.  So, after December 5, 2010 (the thirteen year anniversary of my first show), I’m throwing out the old songs & I’m trying something new.  I’ll have more news about new projects & plans in the coming months.

Between now & December 5, I’m going to try to play as many Casiotone for the Painfully Alone shows as I can.  In September & October, I’ll be touring the United States & Canada with some good friends from Melbourne, Australia.  They’re called Otouto & they are so great.  Those tour dates are up now on the SHOWS page.  Later in October & on into November, I’ll be touring Europe & the United Kingdom.  That tour is still being booked, but I should have the dates ready to share in a couple of weeks.  I’m coming home for Thanksgiving, & then I’m going to try to do something extra special for the big thirteen year anniversary grand finale.  I’m not exactly sure what it’ll be yet, but I’ll let you know as soon as I figure it out.

I imagine I’ll be repeating this sentiment a lot between now & December, but thank you so, so much to everyone who has been so supportive of Casiotone for the Painfully Alone over the past thirteen years.  I never would have started playing shows or making records without the encouragement of some great friends, & it’s blowing my ever-loving mind how many more friends I’ve made through music over the years.  Seriously, thank you.

Weitere Tourdaten:

21.10.2010 Lisbon (PT), Musicbox
22.10.2010 Barcelona (ES), Razzmatazz 3
23.10.2010 Madrid (ES), Moby Dick
24.10.2010 Bratislava (SK), A4
25.10.2010 Prague (CZ), Klub 007 Strahov
26.10.2010 Berlin (DE), Marie-Antoinette
27.10.2010 Hamburg (DE), Astra Stube
28.10.2010 Copenhagen (DK), Din Nye Ven
29.10.2010 Gothenburg (SE), Utmarken
30.10.2010 Stockholm (SE), Debaser
31.10.2010 Oslo (NO), Garage Upstairs
02.11.2010 London (UK), The Luminaire
03.11.2010 Brighton (UK), The Prince Albert
04.11.2010 Bristol (UK), Cube Cinema
05.11.2010 Manchester (UK), The Deaf Institute
06.11.2010 Dublin (UK), Workman’s Club
07.11.2010 Galway (IE), Roisin Dubh (upstairs room)
08.11.2010 Belfast (UK), Auntie Annies
09.11.2010 Leeds (UK), Brudenell Social Club
10.11.2010 Edinburgh (UK), Sneaky Pete’s
11.11.2010 Glasgow (UK), Captains Rest
12.11.2010 Newcastle (UK), Head Of Steam
13.11.2010 Coventry (UK), Taylor Johns House
14.11.2010 Cambridge (UK), Haymakers
15.11.2010 London (UK), Cargo
16.11.2010 Gent (BE), Cafe Video
17.11.2010 Koeln (DE), King Georg
18.11.2010 Amsterdam (NL), Paradiso
19.11.2010 Heidelberg (DE), HDKV
20.11.2010 Colmar (FR), Festival Hiero
21.11.2010 Wiesbaden (DE), Walhalla Spiegelsaal
22.11.2010 Wien (AT), Arena

Breaking: Max Dax gibt seinen Posten bei Spex ab.

 

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Max Dax ist nicht länger Chefredakteur der Spex. Dies gab er vergangenen Samstag in einer Mail an die AutorInnen des Magazins für Popkultur bekannt und bestätigte somit die entsprechenden Meldungen in der Süddeutschen Zeitung und in der taz. Zugleich machte er klar, den Posten nicht aus Protest gegen die Nichtwiederbesetzung einer freigewordenen Redaktionsstelle verlassen zu haben, gab aber auch keinen anderen Grund für seine Entscheidung an. Max Dax verhalf dem Magazin zu einer zweiten Blüte, indem er Spex wieder zu einem Ort für popkulturelle Diskurse machte. Er bleibt dem Magazin weiterhin als Autor erhalten, den Chefredakteursposten übernehmen ab sofort Jan Kedves und Wibke Wetzker. kostja.

spex.

Millionyoung und Truman Peyote im Bang Bang.

millionyoung - the sunndream EP

truman peyote - light-ligthning

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try: Millionyoung!

try: Truman Peyote!

Indies.

Indies gegen Kulturflatrate

Illegale Downloads sind weiterhin ein Problem für die Musikbranche. Eine Kulturflatrate wollen die im VUT organisierten Indielabels nicht – lieber eine eigene zentrale Musikbibliothek.

Mittwochabend lädt der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck zu einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem Stephan Benn vom Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) und Tom Steinle, Chef des Indielabels Tomlab aus Köln teilnehmen werden.

Ein wichtiger Punkt in der Diskussion wird die Kulturflatrate sein. In einem Gespräch mit velours carpets for lovers sagten Volker Beck und Netzaktivist Markus Beckedahl, dass die Pauschalabgabe eine gute Möglichkeit sei, die „Freiheit im Internet“ zu wahren. Dem hielten Stephan Benn, Tom Steinle und Thomas Morr, Labelchef von Morr Music entgegen, dass ein solches System ungerecht für KünstlerInnen und Labels sei, da es sich nicht an der tatsächlichen Nutzung orientiere.

Nicht nur für die Indielabels, die in erster Linie für den Künstler und nicht für den eigenen Geldbeutel wirtschaften, seien die illegalen Downloads ein großes Problem. Auch Künstler, die von ihrer Musik leben wollten, seien mehr und mehr verbittert. „Für unsere KünstlerInnen ist jeder illegale Download ein Einbruch in ihre Privatsphäre“, klagt Morr. Es sei das eine, wenn MusikerInnen freiwillig ihre Lieder zum download anböten, anders sehe es aus, wenn sich Leute die Musik einfach „nehmen“ würden. Das Label stellte auf seiner Homepage zum Beispiel viele Stücke ihrer Künstler als kostenlosen Stream bereit.

Deshalb, so fordern die drei Indie-Vertreter, müsse über Konzepte nachgedacht werden, diese „Einbrüche“ zu verhindern und Labels und KünstlerInnen angemessen zu entschädigen. Denn Filesharing ist in der Welt und die Tatsache, dass Leute Musik und andere Inhalte herunterlüden, ist nicht wegzureden.

Bitkom: Auf jeden legalen Download acht illegale

Eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom kam zu dem Schluss, dass legale Downloads immer populärer werden. 40 Millionen heruntergeladene Alben und Lieder wurden 2008 registriert, dass aber auf jeden dieser legalen Dowloads acht illegale kämen.

Auf der anderen Seite existieren aber auch Studien, die den Gedanken nahe legen, dass die ökonomischen und kulturellen Effekte des Filesharings sowohl kurz- als auch langfristig positiv einzuschätzen sind – die niederländische Studie „Ups and Downs“ (PDF) legt nahe, dass den Verlusten der Musikindustrie „Wohlfahrtsgewinne“ in Höhe von 100 bis 200 Millionen Euro gegenüber stehen. Einer Verschärfung des Urheberrechts erteilen die Autoren der von den Niederländischen Ministerien für Wirtschaft, Justiz und Bildung, Kultur und Wissenschaft in Auftrag gegebenen Studie eine Absage.

VUT fordert „stärkere Schutzrechte“

Der VUT sieht für das „Download-Problem“ bisher nur eine mögliche Lösung: Stärkere Schutzrechte für kulturelle Inhalte. Benn konkretisiert: die Durchsetzung der bestehenden Schutzrechte sei möglich, aber unverhältnismäßig kompliziert, es müsse nach neuen Wegen gesucht werden.

Im Gegensatz zu den Majorlabels, die ihre Anwälte auf das Internet losließen, hielten sich die Indies bisher zurück. „Unsere Hörer abzumahnen, ist nicht unser Stil“, sagte Stephan Benn vom VUT. Offenbar will der VUT nicht die Filesharer kriminalisieren – oder er traut sich das nicht laut zu sagen. Man fordert bisher lediglich die Abschaltung von Seiten wie Rapidshare oder Megaupload, die durch ihre Strukturen die illegale Verbreitung kreativer Inhalten ermöglichen.

Hier will der VUT die Bedingungen für diese Webhoster erschwert sehen, etwa durch eine Regelung, dass Filehoster prüfen müssten, ob derjenige, der Musik bei den Plattformen hochstellt, auch wirklich der Urheber ist. Stephan Benn findet, dass diese Sperrung von illegalen Börsen nichts mit Zensur zu tun hat. „Wir brauchen hier eine differenzierte und unpolemische Debatte“, sagt Benn.

Volker Beck hingegen ist das schon zu viel. „Wer nur auf abschalten setzt, hat nicht verstanden, dass wir im Internet in einem globalen Rahmen agieren, ohne dass es bislang einen globalen Rechtsrahmen gibt“, sagte der Abgeordnete. Für ihn sei die Kulturflatrate eine „geeignete Lösung“, MusikerInnen und Labels zu entschädigen und gleichzeitig den „Druck und die Repression“ aus dem Netz zu nehmen. Der Anspruch der Major-Musikindustrie auf den strafrechtlichen Apparat halte er für „unverhältnismäßig“.

Auch Netzaktivist Markus Beckedahl, der auf Netzpolitik.org bloggt, wirbt intensiv für eine Kulturflatrate. „Das wäre der vernünftige Mittelweg für alle Interessenten“, sagte er. Damit das Geld gerecht verteilt wird, könne er sich vorstellen einen Audioscrobbler, wie bei der Musikplattform last.fm, in Abspielgeräte wie den Windows Media Player oder itunes zu implementieren.

Dieser könne dann, unter der Vorraussetzung der Anonymisierung, exakt ermitteln, welche Musik wie oft gehört wird und so MusikerInnen und Labels angemessen entschädigen. So bräuchte man im Idealfall nicht mal einen Kontrollmechanismus.

„Kulturflatrate“ – Begrifflichkeit zu diffus

Von der Musikflatrate halten Morr, Steinle und Benn erstmal nichts, jedenfalls nicht in der momentan eher diffusen Begrifflichkeit. Stephan Benn stellte fest, dass der inflationär genutzte Begriff der Kulturflatrate mehr Fragen offen lasse als beantworte. Nicht zuletzt, so scheint es ihm, als hätten Musikindustrie, KünstlerInnen, unabhängige Unternehmen, Medien und Politik eine recht unterschiedliche Auffassung davon, was eine solche Flatrate sei und wie man sie umsetzen könne.

Es sei nicht abzusehen, ob die Systeme, die mit kreativen Inhalten handelten, ihren Wert durch Implementierung einer Flatrate nicht komplett verlören. Er und Steinle verlangen statt einer Pauschalvergütung eine Entschädigung, die sich an der „tatsächlichen Nutzung orientierten“. Eine Lösung hierfür liege in neuen Geschäftsmodellen.

Eine staatlich organisierte Kulturflatrate will der VUT nicht, er könnte sich aber vorstellen, selbst eine zentrale Musikbibliothek einzurichten, in die alle UrheberInnen ihre Musik einstellen und auf die NutzerInnen dann gegen eine monatliche Abgabe oder sogar kostenlos auf Musik frei zugreifen könnten. Auf legalem und komfortablen Wege. Vorbild hierfür: Spotify aus Schweden. Das sei ein wirklicher Kompromiss für User und MusikerInnen. kostja.

Pop Briefing.

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Das popjournalistische Quartett

Das Internet als Tempomacher setzt die Musikmagazine unter Druck. Die „Spex“ ersetzt die klassische Plattenrezension durch ein diskursives „Pop-Briefing“.

Wenn am 26. Februar das neue Album der Dreampopper von Beach House in Deutschland erscheint, werden alle Interessierten bereits wissen, wie es sich anhört und ob sich ein Kauf lohnt. Seit November letzten Jahres kursieren die Songs im Internet – das wieder einmal schneller war. Zu schnell für die hiesigen, an die Veröffentlichungstermine der Alben gebundenen Musikmagazine. Die Hörer, die Tag für Tag das Internet nach neuer Musik durchforsten, sind längst nicht mehr auf die Filterfunktion der Fachmagazine angewiesen.

Der gedruckte Musikjournalismus macht momentan eine harte Zeit durch. Das sieht auch Max Dax, Chefredakteur der Spex, so und beschloss gemeinsam mit seiner Redaktion einen radikalen Schritt: die Verbannung der klassischen Plattenkritik. An ihre Stelle setzt die Redaktion seit der Januar/Februar-Ausgabe das sogenannte „Pop-Briefing“. Dort werden zwar immer noch Alben besprochen, aber das gleich von drei bis vier AutorInnen. Im redaktionseigenen Intranet werkeln diese in einem Zeitraum von 60 Tagen an den Besprechungen, können immer sehen, was der andere macht, sich gegenseitig korrigieren und aufeinander Bezug nehmen. Für Max Dax ist klar, dass die Spex „die Musikkritik damit auf eine ganz andere Ebene bringt“.

Das sei auch dringend nötig gewesen. „Ich persönlich lese auch keine Plattenkritiken mehr“, sagt Dax gegenüber velours carpets for lovers. Zu spät, zu subjektiv. Es bedurfte eines Formates, das robust genug ist, sich der monatlichen Musikveröffentlichungsschwemme und der Geschwindigkeit des Internets zu widersetzen. Der Vorteil des Pop-Briefings liege darin, dass es drei bis vier Einstiege ermögliche. Man sei nicht mehr an die Meinung einzelner AutorInnen gebunden, sondern finde gleich mehrere Argumente für oder gegen ein Album. „Das kann das Internet so nicht bieten“, sagt Dax, auch wenn fraglich ist, wie lange die Spex dieses Alleinstellungsmerkmal haben wird.

Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen ergänzt in der FAZ, der wichtigste Gewinn sei der, dass endlich wieder eine „schroffe Ablehnung des ganzen Scheiß“ im Print lesbar wird. Derzeit ist es gang und gäbe, dass AutorInnen sich auf ihre Lieblingsbands stürzen, entsprechend liest man kaum noch kritisch über Musik.

Auch das Indierock-Magazin Visions ist auf der Suche nach Qualitäten, die durchschnittliche Musikblogs nicht bieten können. Von den Albumkritiken will man sich trotzdem nicht trennen. „Die Rezensionen sind ein essenzieller Teil der Visions“, sagt Chefredakteur Dennis Plauk in einem Gespräch mit velours carpets for lovers. Die Redaktion wolle deshalb nach originellen Konzepten suchen, die angeschlagene Rezension attraktiver zu machen. Er könne sich vorstellen, Alben auf ihre Halbwertzeit testen oder herausragenden Releases mehr Platz im Heft einzuräumen.

Zurzeit kürt die Visions auf ihrer Internetseite die Platte der Woche und hängt gleichzeitig eine Liste aller für die Redaktion relevanten Neuerscheinungen an, um den monatlichen Printzyklus zu umgehen. Außerdem liefert Visions zu besonders wichtigen Alben Storys oder Interviews, bei denen sie zuletzt sogar die Textlänge erhöhte. „Wir sind näher dran am Künstler als jedes durchschnittliche Musikblog“, erklärt Plauk, was er als die Stärke der Musikmagazine sieht.

Die Konzepte der beiden Redaktionen lauten also Diskurs, Tiefe und Kontextualisierung, um die Schnelligkeit des Internets auszukontern. Zwar schlägt auch Diedrich Diederichsen in diese Kerbe, fordert aber statt einer Vielstimmigkeit à la Spex, die das Internet sowieso schon böte, eine „qualifizierte Langsamkeit“. Lange Rezensionen sollten verfasst werden, die sich von dem Erscheinungsdatum einer Platte losmachten.

Nur sie könnten wirklich leisten, was die Spex will: das Ausdiskutieren und Aushalten mehrerer Argumente und Positionen. kostja.

Links:

spex

visions