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Anika – Anika (Oktober 2010, Invada Records)

 

Anika - Anika

Tracklist:

1. Terry

2. Yang Yang

3. End of the World

4. Masters of War

5. Officer Officer

6. Sadness licks the Sun

7. No One’s There

8. I go to Sleep

9. Masters of War (dub)

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Die 23-jährige Annika Henderson alias Anika läutet mit ihrem selbstbetitelten Debüt den Musik-Herbst 2010 ein und macht ganz plötzlich Schluss mit  Sommerloch. Ähnlich wie Casey Daniels (White Hinterland) verknüpft die aus England stammende Wahlberinerin sphärische Synthies und melancholische Melodien mit tief groovenden Dub-Bässen, denen eine flotte Kickdrum Beine macht. Im Gegensatz zu Deniels butterweichem Gesang wirkt Hendersons Stimme jedoch anziehend apathisch. Zudem sind ihre Texte äußerst politisch, was mit Sicherheit daran liegt, dass Henderson in der Menschenrechtsgruppe Innocence Project aktiv ist.

Die Britin produzierte ihr Debüt übrigens gemeinsam mit  Beak>, dem Sideprojekt des Portishead-Drummers Geoff Barrow. Anika lohnt sich aber nicht nur für Portishead-Fans, sondern auch für diejenigen, die bisher keinen richtigen Zugang zu Dub finden konnten. kostja.

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Blackbird Blackbird and Teen Daze OUT NOW!!!!!!!

Tracklists(Blackbird Blackbird):

1. Blurring Lines

2. Summer Heart

3. Pure

4. Happy High

5. Hawaii

6. Sunspray

7. Float On

8. Ups & Down

9. Heartbeat

10. Let’s Move On Together

11. So Sorry Girl

12. Aura

13. Kings

14. Avalanche

15. Dreams I Create

Tracklist(Teen Daze):

1. Four More Years

2. Gone For The Summer

3. Neon

4. Around

5. No Regrets

6. Shine On, You Crazy White Cap

7. Saviour

8. Spin Around, Go Ahead

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Endlich ist es soweit: Das Kassettenlabel Wonderbeard Tapes veröffentlicht Four More Years von Teen Daze und Summer Heart von Blackbird Blackbird. Mit den beiden Releases stehen uns zwei weitere großartige Chillwave-Alben ins Haus, die sich locker mit Toro y Moi und Washed Out messen lassen können. Beeilt euch mit eurer Bestellung, da die Auflage jeweils auf 100 Exemplare limitiert ist. kostja.

Links:

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myspace Blackbird Blackbird

myspace Teen Daze

Loafing Heroes to release CHULA.

The Loafing Heroes - Chula

The Loafing Heroes - Chula

Tracklist:

1. Template

2. Chula

3. All the Colors

4. Loose Force

5. Summerdream

6. What is Love

7. The Loafers

8. Aoki Dance

9. Dancing Days

10. Ocean Song

11. Traumschiff

12. Bunji Bunja

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Morgen ist es endlich soweit: Die Berliner Folkband Loafing Heroes veröffentlicht ihr zweites Album in Deutschland. Auf Chula, was kess, hübsch, nett, schick, toll, cool und unverschämt bedeutet, verfeinern die vier MusikerInnen den Folk-Ansatz ihres ersten Albums The Loafers und ergänzen ihren Kosmos um einige großartige Lieder. Es klimpert, rasselt, knistert und clappt an allen Ecken und Enden, die Produktion verleiht dem Sound zudem eine angenehm warme Note. Das wird ein schöner Herbst.

Ab dem 28. August sind die vier HeldInnen auf Tour durch Europa unterwegs. Auf dem Plan stehen unter anderem: Genf, Lissabon und Dublin. Morgen spielen sie aber erstmal im Lux am Schlesischen Tor. Hingehen! kostja.

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Beach House – Teen Dream

Beach House - Teen Dream

Beach House - Teen Dream

Tracklist:

1.Zebra

2.Silver Soul

3.Norway

4.Walk in the Park

5.Used to Be

6.Lover of Mine

7.Better Times

8.10 Mile Stereo

9.Real Love

10.Take Care

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Mit der Flut kam die Gewissheit: Beach House sind jetzt massentauglich. Die Flut, das waren die beigeisterten KritikerInnen, die sich in den Feuilletons und den Musikblogs überschlugen und zu einer unglaublichen Omnipräsenz des neuen Albums Teen Dream führten. Dabei ist die Platte nicht mehr als solide.

Beach House sind jetzt genau an dem Punkt angekommen, an dem auch Sonic Youth 1990 mit ihrem ersten Majorrelease Goo standen. Exakt wie Goo ist Teen Dream ein wichtiges Album, weil es mit dem Sound  und dem Feeling der bisherigen Platten bricht. Goo fehlte der berühmtberüchtigte Noisepegel, Teen Dream die überschwänglichen Reverbeffekte. Glattgebügelt ist hier das richtige Stichwort.

Bestes Beispiel hierfür „Used to be“. Die ein oder andere wird sicherlich ein Exemplar der raren Single ergattert haben, die vor einem Jahr auf dem ersten Label der Band Carpark erschien. Das Lied war bis dato eines der besten des Duos, bei dem einfach alles passte: die puckernde Bassdrum am Anfang, der perfekte Einsatz der Synthies und die leicht disharmonsiche Gesangsmelodie, die in dieser Zusammenstellung eine einzigartige Stimmung erzeugten. Der Version auf Teen Dream fehlt diese subtile Schönheit. Das neu reingebaute Klavier zerstampft die feinen Übergänge, hält seine penetrante Dominanz bis zum Ende durch und bläst so rücksichtslos die Traumschwaden aus dem Lied. Verbrochen hat das ganze übrigens Chris Coady, der auch schon die achso tollen Alben von TV on the Radio, den Yeah Yeah Yeahs oder Grizzly Bear produziert hat.

Sagen wir einfach, wie es ist: Teen Dream klingt leer und leblos. Die hochpolierte Sound steht den Liedern überhaupt nicht und lässt die Single „Norway“ mit seiner seekranken Orgel zum einzigen Lichtblick des Albums werden. Na klar sind Victoria Legrand und Alex Scally noch die sympathischen TagträumerInnen, nur sollten sie zusehen, dass ihnen beim nächsten Album nicht das letzte Fünkchen Charme verloren geht. Schließlich war das Duo aus Baltimore bisher eine große Inspiration für eine Riege von Dreampoppern.

Es bleibt zu hoffen, dass Beach House mit Subpop und Universal im Rücken dem absoluten Ausverkauf nicht unabsichtlich Tür und Tor zum bisher gut versteckten Dreampopland geöffnet hat. Die Szene bietet jedenfalls genug Projektionsfläche für die Leute die sich in den coolen Elektroschuppen Berlins die Füße plattgetanzt haben und mal wieder so richtig ein Update brauchen. Für sie kommt Teen Dream zur richtigen Zeit, das jetzt auf derselben Stange hängt, wie die Kollegen von Grizzly Bear, die fäshen Röhrenhosen, die coolen Nerdbrillen und die rosa Regencapes. Wir sehen uns noch! kostja.

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subpop.

Tunng – neues Video und neues Album.

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Einen ersten Einblick in ihr neues Album …And then we saw Land bieten die Soundbastler von Tunng seit zwei Tagen auf Clashmusik. Die erste Single-Auskopplung „Hustle“ kommt lockerflockig daher und hat einen, für die Band eher untypisch fröhlichen Singalong-Charakter, tanzende Rasseln, muntere Gitarrenriffs und lebendige mehrstimmige Gesangsparts inklusive.

Dieser fröhliche Reigen zieht sich durch das gesamte Album. Einige Lieder kommen sogar so charmant daher, dass sie sich mit Erlend Oyes Projekt Kings of Convenience messen lassen können, ohne dabei etwas von ihrer altbekannten Abgedrehtheit einzubüßen. Schließlich wären Tunng nicht sie selbst, wenn sie auf ihre Spielereien, wie Casiosounds, Reverse Echo Effekte oder ausgiebige Instrumentalparts verzichten würden, die sie gekonnt wie immer in den einzelnen Liedern einsetzen. Mit dieser Soundtüftelei spielt die neuen Albe der Briten auf ein neues in der Liga von Múm, Seabear und  den Dirty Projectors.

Und so behalten die Briten trotz ihres fortgeschrittenen Alters ihre smarte Witzigkeit, die sie nun schon in das vierte Album überretten konnten. Die Platte erscheint übrigens am ersten März. kostja.

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myspace.

Memoryhouse – The Years EP

memoryhouse - the years EP

1. Sleep Patterns

2. Lately (Deuxième)

3. The Waves

4. To the Lighthouse

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Auf Luftschlößer und programmatische Bandnamen stehen Evan und Denise von Memoryhouse. Die vier Songs ihrer EP The Years machen klar wieso: Durch ihren reduzierten Sound werden blasse Bilder vor das innere Auge gerufen, die einer weit zurückliegenden Erinnerung gleich klar und undeutlich zugleich bleiben. Dabei verzichten die MusikerInnen stlilistisch gekonnt auf jegliche Bodenhaftung, sodass am Ende nur noch verwaschen wirkende Orgel- und Gitarrenklänge durch die Lieder säuseln, zwischen welchen Denise Stimme sanft dahinschwingt.

Die EP kann auf der bandeigenen Myspace-Seite kostenlos heruntergeladen werden. Am 2. März erscheint dann die neue EP, die auf  arcade sound ltd. erscheint und den Namen To the Lighthouse trägt, wo wir dann wieder beim Thema wären. kostja.

Links:

myspace (free download link!)

label

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High Places – On Giving Up

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Ein guter Trip, so intensiv und lang er auch sein mag, kann die Realität vielleicht kurz ausblenden, sie aber nicht endgültig verschwinden lassen. Unerbittlich holt sie einen früher oder später wieder ein und das triste Leben geht weiter. Zu dieser Einsicht scheinen auch Mary Pearson und Rob Barber von den High Places gekommen zu sein, die in ihrem Stück On Giving Up, das auf ihrer last.fm-Seite runtergeladen werden kann, ernster und erwachsener klingen denn je. Somit zeigt das Lied nicht nur, wo die beiden 2010 stehen, sondern auch in welche musikalische Richtung ihr neues Album  High Places vs. Mankind geht, das am 23. März erscheint.

Im Vergleich zu den neuen Stücken klang das erste Album des Duos aus Brooklyn noch sehr verspielt und psychedelisch. Gewaltige Effektberge türmten sich auf und entfesselten in jedem Lied ein akkustisches Farbenkarussel. Bei On Giving Up ist der Sound nun deutlich reduziert. Eine verzerrte Gitarre ersetzt Synthiesflächen, der Beat und die Stimme von Sängerin Pearson stechen deutlich hervor. Gegenüber der Spex verrieten die beiden, dass die Platte darüber hinaus ernstere Themen behandeln soll: Liebe, Sucht, das Altern und den Tod.

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Diese neue und bedrückende Nüchternheit zeichnete sich bereits bei der Single „I was born“ ab, die Ende des Jahres erschien und in dem eine in moll klagende Geige den Ton angibt. Gleichzeitig zeugt das Lied, wie auch On Giving Up, von einer bisher unbekannten Strukturiertheit und dadurch von einer gewissen „Reife“. Pearson und Barber werden eben auch älter und scheinen begriffen zu haben, dass irgendwann einmal alles mal vorbei ist. Sei es die Jugend oder ein LSD-Trip. Jetzt zählt das danach. kostja.

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